»Wörlitz ist keine lokale Größe, nicht einmal eine deutsche, es ist eine europäische, eine Weltangelegenheit...«

schrieb im Jahr 1925
der Kunsthistoriker
Wilhelm van Kempen

ENGLISH this site in english

Die Synagoge

Die Synagoge Auf einem kleinen Hügel am Ende der Amtsgasse ließ Fürst Franz 1787–90 für die jüdische Bevölkerung von Wörlitz und Oranienbaum eine Synagoge errichten. Das Vorbild des von Erdmannsdorff entworfenen Rundtempels steht in Rom am Tiber. Neuere Forschungen haben ergeben, dass der Herkules Viktor-Tempel und nicht wie vordem angenommen der Vesta-Tempel bzw. der Portunus-Tempel als Vorbild diente. Fürst Franz, der die Synagoge unweit der christlichen Kirche hat errichten lassen, war der Meinung, dass beide Religionen ihre Berechtigung haben. Jeder sollte in die Lage versetzt werden, selbst zu entscheiden, welchem Glauben er nachgehen will. Nur den Aberglauben wollte er bekämpft wissen. Die Geisteshaltung des Fürsten spiegelt auch die Inschrift am Friedhof in Gröna bei Bernburg wider:

„Ob Jude, Heide oder Christ, im Tode sind wir alle gleich, darum sei und bleibe Mensch“.

Synagoge Die Inneneinrichtung der Wörlitzer Synagoge fiel als Folge der „Reichskristallnacht“ der Vernichtung anheim, das Gebäude selbst konnte jedoch dank des beherzten Eingreifens des damaligen Gartendirektors Hans Hallervorden vor der Zerstörung bewahrt werden. Seit dem Jahre 2003 lädt die Synagoge zum Besuch einer Ausstellung ein, die gemeinsam von der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz und der Moses-Mendelssohn-Gesellschaft Dessau e.V. erarbeitet wurde. Sie gibt Einblicke in die jüdische Geschichte Anhalts.