»Wörlitz ist keine lokale Größe, nicht einmal eine deutsche, es ist eine europäische, eine Weltangelegenheit...«

schrieb im Jahr 1925
der Kunsthistoriker
Wilhelm van Kempen

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Das Schloss

Schloss Der Bau des Wörlitzer Schlosses gehört zu den herausragenden Leistungen der Dessauer Reformer. Es ist das früheste klassizistische Schlossbauwerk außerhalb Englands. Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff, Freund und Baumeister des Fürsten Franz, errichtete es zwischen 1769 und 1773 für das jung vermählte Fürstenpaar. Als Vorbild dienten ihm Bauwerke in England und Italien. Dafür musste das alte barocke Jagdschloss weichen. Die äußere Gestalt und die Einordnung in eine künstlerisch geschaffene, natürlich geformte Landschaft entsprach dem neuen Stilempfinden. Auch die Innenarchitektur und das Inventar sind ästhetisch, für die Zeit einfach und praktisch gestaltet. Im Hauptgeschoss gruppieren sich um den Lichthof die Vorhalle, zehn Räume und zwei Säle. Alle Räume sind mit einer ungewöhnlichen künstlerischen Sorgfalt gestaltet. Schloss Eine reiche Stuckdekoration ziert die Zimmer. Die Decken- und Wandmalereien gehen auf antike Vorbilder zurück. Technische Neuerungen wie gusseiserne Öfen, Wandklappbetten, der Eisschrank oder die Pumpe vereinfachten die Lebensweise, verbesserten die Hygiene und waren zudem zur Erleichterung der Arbeit für die Dienerschaft eingerichtet worden. Zeitgenössische Kunstwerke gehören neben der Antikensammlung und Gemälden alter Meister gleichermaßen zur künstlerischen Ausstattung des Bauwerkes, dessen Einrichtung vorwiegend von den Händen einheimischer Handwerker geschaffen wurde. Einst diente es der fürstlichen Hofgesellschaft zur Repräsentation und zu Festlichkeiten, es stand aber von Anfang an jedermann offen. Heute ist es Museum, das mittels Führungen besichtigt werden kann.