»Wörlitz ist keine lokale Größe, nicht einmal eine deutsche, es ist eine europäische, eine Weltangelegenheit...«

schrieb im Jahr 1925
der Kunsthistoriker
Wilhelm van Kempen

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Das Gotische Haus

Das Gotische Haus Neben dem klassizistischen Baustil verhalfen die Wörlitzer Anlagen auch dem neugotischen Baustil in Mitteleuropa zum Durchbruch. Das Gotische Haus ist ein frühes Beispiel dafür.
Es wurde in mehreren Bauphasen nach Entwürfen und Vorgaben der Baumeister Georg Christoph Hesekiel und Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff sowie des Fürsten Franz zwischen 1773 und 1813 errichtet. Die Front des Hauptgebäudes an der Kanalseite ist der Fassade der venezianischen Kirche „Maria dell´ Orto“ nachempfunden; zur Gartenseite hin diente ein Bauwerk aus England, Horace Walpoles Strawberry Hill, als Vorbild.
Das Gotische Haus Ursprünglich als Gärtnerwohnung errichtet, diente das Haus später als Refugium, Museum und Studienstätte des Fürsten, in dem auch seine Sammlungen, u.a. Glasgemälde des 15. bis 17. Jahrhunderts aus der Schweiz sowie deutsche, niederländische und italienische Malerei des 16. bis 18. Jahrhunderts untergebracht waren. Möblierung und Raumgestaltung sind neugotisch. Im Gegensatz zum Schloss stand das Gotische Haus zur Zeit des Fürsten Franz nicht jedermann offen. Heute kann es von April bis Oktober innerhalb einer Führung besichtigt werden.